Rezensionen "Beutewelt I - Bürger 1-564398B-278843"

Das Buch Beutewelt wurde von dem Deutschen Alexander Merow geschrieben und beim Engelsdorfer Verlag veröffentlicht.
Der Titel des Buches ist erst etwas irreführend da man bei dem Begriff Beutewelt erst an Sci-Fi denkt und Aliens die eine Welt erbeuten. Aber das Buch kommt komplett ohne Weltraum und Aliens aus und orientiert sich an heutiger Technologie. Also auch für Sci-Fi Muffel interessant.
Die Geschichte spielt im Jahr 2028, also in nicht mehr allzu ferner Zukunft. Im Zentrum steht Frank Kohlhaas, ein einfacher deutscher Bürger mit der titelgebenden Nummer 1-564398B-278843. Wie er zu dieser Nummer kommt? Nun die Welt hat sich verändert. Nach den großen Wirtschaftskrisen gibt es nur noch eine Weltregierung die darauf auf ist ihre Bürger möglichst genau auszuspionieren, natürlich nur zu ihrer eigenen Sicherheit. Daher hat man Personalausweis und EC-Karte abgeschafft und die Scanchip erschaffen die alles in einem ist. Daher werden alle Bürger nur noch über die Nummer dieser Chip geführt.
Wer ein zweites 1984 (von George Orwell) erwartet, wird erst mal enttäuscht, denn das Buch gibt am Anfang sehr viel Gas. Die Hauptperson geht zur Arbeit, wird unschuldig angeklagt, für fast ein Jahr in ein Gefängnis geworfen und dann unerwartet befreit. Und das auf den ersten 80 Seiten. Womit andere Autoren ganze Bücher füllen, reicht es hier gerade für den Prolog. Das wirkt etwas seltsam und gerade hier hätte ich mir viel mehr Stoff gewünscht. Wie lebt es sich in dieser Welt, wie sieht sie aus? Hier hätte sich der Autor wirklich etwas am Klassiker orientieren können, es ist aber auch nachvollziehbar das er sich gerade von diesem abheben will. Ich kann aber jedem nur empfehlen dem Buch eine Chance zu geben. Den das was danach kommt ist Gold wert.
Ab den ersten 100 Seiten, wird es nämlich merklich ruhiger. Sobald der Held im Osten ankommt nimmt sich der Autor viel mehr Zeit für die Kleinigkeiten und beschreibt das Leben im Rebellencamp, die Umgebung und die Charaktere sehr ausführlich. Hier ist es ihm sehr gut gelungen den Charme von ukrainischen Geisterdörfern einzufangen und es erinnert vom Gefühl her stark an die Stalker Computerspielreihe. Die Charaktere handeln nachvollziehbar und man erfährt auch viel über die Motivation der Handlungen. Gerade bei der Hauptperson ist die Wandlung vom normalen Bürger bis hin zum Fanatiker sehr überzeugend dargestellt und auch die Nachwirkungen vom Gefängnis und die daraus resultierenden Träume lesen sich sehr gut und bieten so manche Ansätze über die man etwas länger nachdenken kann.
Ich will aber nicht allzu viel über die Story verraten, nur noch soviel, es kommt am Ende dann doch anders als man denkt.
Die Stärke des Romans ist aber nicht die eigentliche – qualitativ hochwertige – Story, sondern der Hintergrund der neben der eigenen Handlung aufgebaut wird. Denn sobald man im Rebellenlager angekommen ist erfährt man in vielen Gesprächen wie genau es eigentlich zu der Situation gekommen ist, und wie das Überwachungssystem funktioniert. Es werden viele Fragen beantwortet von denen man nicht einmal wusste, dass man sie hat. Wie verhindert man, dass die Leute sich auf der Straße zusammentun und eine Rebellion starten? Wie sorgt man dafür das die Soldaten auch wirklich auf die Zivilisten schießen? Auf viele dieser Fragen gibt es interessante Antworten. Das Szenario wird dabei greifbarer, realer. Auch die Einbindung realer aktueller Ereignisse tut ihr übriges. Es ist nicht nur der böse Überwachungsstaat der einfach da ist, man weiß auch wie der Überwachungsstaat funktioniert und kann sich seine eigene Meinung zu den Plänen der Protagonisten machen.
Durch diverse Anspielungen an die heutige Zeit (Klimawandel, Finanzkrise, Herr der Ringe Verfilmung) fühlt sich das geschehen auch wunderbar beklemmend an und ist dadurch intensiver als bei 1984 da es nicht so abgehoben ist und man viele Handlungen der Weltregierung auch teils 1 zu 1 auf die aktuelle politische Situation übertragen kann.
Im Endeffekt gebe ich dem Buch 8 von 10 Punkten. Abzüge gibt es etwas wegen dem überhasteten Anfang und das sich der Autor nicht entscheiden kann wie er seine Figuren benennen soll, was etwas konfus wirkt da man im ersten Moment nicht weiß wer gemeint ist. Das Buch ist aber ein Fest für jeden der realistische Dystopien mag und für Verschwörungstheoretiker. Daher gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung. Ich für meinen Teil kann es nicht erwarten zu erfahren wie es weitergeht. Denn da gibt es ja noch das böse Japan das Terroristen beherbergt, die Menschenrechte mit Füßen tritt ach ja und Nuklearwaffen haben sie ja auch noch. Eine Beschreibung die wohl einigen bekannt vorkommen dürfte, die das aktuelle politische Geschehen verfolgen.

Für jeden, der dem Szenario nur halbwegs was abgewinnen kann, ein Pflichtkauf.

www.planet-scifi.eu


Die Welt im Jahr 2028 ist ein einziger totalitärer Überwachungsstaat. Die Weltregierung suggeriert dem Volk mittels Medien, Polizei und Militär Humanität und Weltfrieden. Doch für den einzelnen Bürger sieht das Leben weder human noch friedlich aus. Am Beispiel des Bürgers Frank Kohlhaas, dessen Bürgernummer 1-564398B-278843 lautet, wird ein Leben geschildert.
Frank Kohlhaas kann sich glücklich schätzen, dass er in dieser Zeit von Arbeitslosigkeit, Not und Elend einen Aushilfsjob und dadurch auch eine kleine Wohnung hat. Doch das ändert sich, als er seinem Chef Widerworte gibt und dafür zu 5 Jahren Haft verurteilt wird.
Haft bedeutet absolute Isolation, Gehirnwäsche und in Franks Fall sogar noch ein Versuch, wie lange ein Mensch unter gewissen Umständen überleben kann. Doch er erweist sich als zäh und so wird Frank Kohlhaas nach acht Monaten in ein anderes Gefängnis verlegt. Zumindest ist dieses andere Gefängnis das Ziel des Transports, doch er kommt nie in diesem Gefängnis an. Rebellen befreien Franks Mithäftling unterwegs und um keine Zeugen zu hinterlassen, wird Frank kurzerhand mit befreit. Er findet sich in einem kleinen Ort in Litauen wieder, der von Menschen bewohnt wird, die gegen das System rebellieren. Und Frank, der seine Zeit der Haft überwunden zu haben glaubt, fasst dort einen unglaublichen Plan...
Der Roman »Beutewelt« ist nichts für zarte Gemüter. Allzu realistisch erscheinen die Beschreibungen eines globalen Staates, in dem kein Platz für Individualismus und Persönlichkeitsentfaltung ist. Menschen werden in der Masse zu Vieh, welches in einer Herde leben muss und nur eines darf: sich unterordnen. Alexander Merow erzählt in diesem Buch seine Vision von der Entwicklung der Globalisierung und diese wird für die Menschheit zu einer düsteren Zukunft.
Am Beispiel von Frank Kohlhaas macht der Autor die Lebensumstände deutlich. Menschen werden zu Nummern und wer nicht funktioniert, verschwindet aus dem Leben. Haft wird ach so human als Heilungsprozess getarnt, in Wirklichkeit ist es eine Zeit der Grausamkeit und Gehirnwäsche.
Doch es gibt auch Hoffnung, denn so global die Weltregierung auch herrschen möchte, sie kann nicht jeden Flecken der Erde unter Kontrolle halten. Und so gibt es wenige Orte, an denen der Widerstand arbeitet. Menschen, die sich gegen das System auflehnen, jedoch im Untergrund bleiben müssen, denn die Weltregierung stützt sich auf die Hilfe von Polizei und Militär.

Alexander Merow beschwört eine beklemmende Atmosphäre herauf. Bei aller Vision beschreibt er seine Zukunft doch in weiten Teilen so, dass sie auf alle Fälle nicht als unmöglich erscheint, auch wenn einige Details vielleicht übertrieben wahrgenommen werden. Doch schaut man sich die Welt heute an, und vor allem auch die Geschichte unserer Welt, dann ist die Zukunft von Beutewelt gar nicht so abwegig.
Mit der Story an sich konnte Merow mich als Leser überzeugen, denn sie ist realistisch beschrieben.
Was mich beim Lesen einige Male irritierte, war der Stil des Autors. In einem Absatz wurde die gleiche Person oft mit mehreren Bezeichnungen aufgeführt. Das war dann doch manchmal zu viel des Guten, sorgte eher für Verwirrung als für vermiedene Wiederholungen (und ich vermute, das was der Zweck des Ganzen).

Fazit: Eine Zukunftsvision, wie sie düsterer und grausamer nicht sein kann.

www.geisterspiegel.de


Ich stöbere ja sehr gerne im Netz nach unbekannten oder zumindest weniger bekannten Autoren und noch nicht entdeckten Romanschätzen. Auf einem dieser Streifzüge stolperte ich mehr oder weniger über Alexander Merows ersten Band der Beutewelt-Reihe: Bürger 1-564398B-278843. Ein Science-Fiction Erstlingswerk mit einem Titel, den man sich als normaler Mensch nicht merken kann, fand ich sehr gewagt und schon war mein Interesse geweckt. Wenige Tage später hielt ich das vom Engelsdorfer Verlag gedruckte Buch in den Händen.
Dir Rückseite des Buches verspricht dann einen Roman mit deutlich dystopischem Inhalt. George Orwell und Ray Bradbury lassen grüßen und werden gleichzeitig aktualisiert, denn ihre Zukunftsvisionen sind ja schon eingetreten, wenn man einigen Menschen glauben schenkt.
Beutewelt spielt im Jahr 2028 und nichts ist mehr wie es war. Eine Weltregierung hat die Kontrolle an sich gerissen und überwacht alles und jeden. Wer nicht mitspielt, nicht gehorcht oder einfach nur ein wenig auffällt wird schnell zum Ausgestoßenen beziehungsweise Gefangenen. Frank Kohlhaas, der Protagonist des Buches und eigentlich ein ruhiger Mann, hat einfach nur einen schlechten Tag, als der Würgegriff der Weltregierung ihn ergreift und er in das größte Abenteuer seines Lebens hineingezogen wird. Nach seinem Rauswurf bei der Arbeit und der Bedrohung seines Vorgesetzten, wird er in einem automatisiertem Gerichtsverfahren von einem Computer zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
Justitia ist in diesem Staat leider sowohl blind als auch mit ihren Entscheidungen recht einseitig und die Strafe weit mehr als nur Zuchthaus. Frank wird umerzogen, schließlich soll er nach seiner Entlassung wieder ein guter Bürger sein und Frank darf eine neue Methode der Umerziehung über sich ergehen lassen. Die Methode führt ihn an seine Grenzen und als ihm zufällig die Flucht gelingt, hat die Weltregierung einen Feind, der nichts mehr zu verlieren und auch jeglichen Skrupel als unnötigen Ballast abgeworfen hat. Ohne lange zu zögern und mit voller Inbrunst schließt sich Frank den Rebellen, die ihn befreit haben, an und nimmt den Kampf gegen die Weltregierung, hinter der viel mehr steckt als nur Politiker, auf.
Dystopisch ist das Buch ohne Frage und vieles deutet darauf hin, dass die Ursachen in unserer Zeit zu finden sind. Dies führt natürlich zu einer kritischen Auseinandersetzung zwischen Buch und aktueller Gesellschaft und dabei helfen die Aussagen einiger Protagonisten zur Vergangenheit und Gegenwart der Beutewelt. Die sehen nämlich tatsächlich die Ursachen in unserer Zeit und nennen mehr oder weniger deutlich die gefährlichen Gesetze, technischen Entwicklungen und Ereignisse. Dabei darf aber nie vergessen werden, dass es sich bei dem Buch um ein fiktives Werk handelt, worauf der Autor auch sehr viel Wert legt. Bei einigen Protagonisten und auch bei Handlungen, die diese ausführen, ist diese Klarstellung auch wichtig, sonst wäre der Autor schnell in eine Ecke geschoben worden, aus der man so schnell nicht mehr rauskommt. Dass die Rebellen äußerst gewaltsam, ja brutal vorgehen, ist dabei relativ einfach zu erklären. Ihnen bleibt nichts anderes übrig und der Grad zwischen Freiheitskämpfer und Terrorist ist äußerst schmal.
Handwerklich kann man über das Buch nicht meckern, keine groben Schnitzer und ein gelungener Spannungsbogen, was will man mehr? Leider ist die Entwicklung des Hauptprotagonisten zum Teil nicht nachvollziehbar, trotz Umerziehung ändert sich das Wesen Franks zu schnell und zu extrem, als dass es noch realistisch sein könnte. Dafür verharren andere Protagonisten zu lange in ihren vorgegebenen Rollen.

Fazit: Beutewelt - Bürger 1-564398B-278843 von Alexander Merow reiht sich gekonnt in die Reihe dystopischer Romane ein und bringt den aktuellen Stand der Dinge mit ein. Den Roman und den Autoren auf eine Ebene mit George Orwell zu stellen wäre übertrieben, aber es gelingt ihm, ähnliche Zukunftsängste zu entfachen. Schwächen bei der Entwicklung der Protagonisten steht eine gute und spannende Geschichte in einer düsteren Welt gegenüber. Nicht nur Verschwörungstheoretiker werden an diesem Buch Spaß haben.

www.lorp.de


www.inkultura-online.de/Beutewe.html
(Neue Rezension, Januar 2011)



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